Über meine Abnahme


 

Nachdem ich schon seit Kindestagen immer die Tour de France mit meinem Vater angeschaut habe und auch ansonsten gerne Rad gefahren bin, hat mich das Rennrad schon immer fasziniert. Durch äußere Umstände, wie zum Beispiel meine Veranlagung und mein teilweise doch enormes Gewicht, war dies aber unmöglich in die Tat umzusetzen.

Armin PramlDer Schlankeste und Sportlichste war ich noch nie, aber ab meinem 18. Lebensjahr ging es komplett in die falsche Richtung, und zwar in Richtung starkes Übergewicht, bis hin zu "Fettsucht". Ist ein unschönes Wort, ist aber wohl passend. Das ging eigentlich alles so dahin, einzig im Juli die Tour de France machte mich immer ein bisschen wehmütig, da ich gerne gewollt hätte, aber nicht konnte. Aber das verging auch wieder. Bis ich irgendwann mal schaute, hatte ich mir bei meinen 1,81 m sage und schreibe 190,4 kg auf die Rippen gefuttert.

Es musste sich was ändern. Den Ausschlag dafür gab meine damalige Freundin, die mit ihren 50 kg die Wasserkästen tragen musste, da ich mit meinem Gewicht beschäftigt war, um dieses in den ersten Stock zu hiefen. Im Nachhinein gesehen, war dieser Anstoß zum Abnehmen das einzige gute an dieser Beziehung, aber das ist ein ja anderes Thema.

So fing es also an. Laut meinem Hausarzt, hätte ich über 8 Jahre gebraucht, um auf 110 kg zu kommen, wer mich kennt der weiß, dass Geduld nicht grad zu meinen Stärken gehört. Darum machte ich es auf meine Weise. Mein Motto: "Viel hilft viel" in diesem Fall aber eher "wenig hilft viel".

Armin Praml

Das lief auch alles recht gut. In den ersten 5 Monaten waren knapp 70 kg verschwunden. War ich ja jetzt schon zehn Kilogramm unter meinem eigentlichen Ziel, wollte ich gleich weiter machen. Bis 120 kg kam ich und dort blieb ich auch über ein Jahr. Kleine Ausrutscher - wieder auf 140 kg waren dabei, aber das brachte ich wieder weg.

So war ich auch eigentlich zufrieden. Bis im Oktober 2009 ein guter Freund anrief und mich fragte, ob ich nicht im Juni 2010 beim 24 Stunden Rennen in München in einem 8er Team starten wolle. Da ich bis dahin 2 mal die Woche, je 8 km mit nem 26er Schnitt gefahren bin, sagte ich voller Freude zu und malte mir schon Siegchancen aus.

Einige Monate später machten wir unsere erste Ausfahrt an den Isarauen in München und ich merkte das erste Mal, dass ich absolut überhaupt nicht fit war. Nach 15 km war ich so was von am Ende. Die nächsten Wochen war eine einzige Qual, 40 km mit dem Fahrrad fahren und dabei 120 kg zu bewegen ist nicht gerade einfach.

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So blieben mir noch zwei Monate bis zum Rennen. Ich fuhr meine 150 km die Woche und versuchte mein Gewicht nach unten zu bringen. Ich kam bis auf die 97 kg, was für mich ja schon fast an Magersucht grenzte, im Gegensatz zu vorher.

Das Rennen war da, ich hatte knapp 800 km in den Beinen und fuhr nicht mal ganz so schlecht. Das war zwar eher mein Wille der mich voran trieb, als meine Fitness aber immerhin. Jedenfalls hatte mich der Eifer gepackt und ich fuhr danach 3-4 Mal die Woche jeweils um die 50-70 km.

Nachdem das alleine fahren, nicht das Wahre ist, suchte ich mir einen Verein und kam auf Soli Dachau. Ich rief an und mein erstes Gespräch mit Freddy dauerte gleich über eine Stunde. Herausgekommen dabei ist, dass ich Mitglied geworden bin und noch 3 Wochen Zeit hatte um zu trainieren, denn Freddy hatte mich gleich beim Dachauer Bergkriterium beim Mountainbikerennen angemeldet.

Also war ich im Verein und hatte gleich ein Heimrennen, wo ich mich absolut nicht blamieren wollte und konnte. Die Woche drauf war ich erstmal bei der Vereinsmeisterschaft der Soli in der Capuccinogruppe dabei. Für die Renngruppe reichte es noch lange nicht. Also fuhr ich mit meinem MTB zwischen lauter Rennrädern meine erste Vereinsmeisterschaft. Ich schlug mich relativ gut, was ich aber wahrscheinlich wieder meinem Willen zu verdanken hatte und immer noch nicht meiner Fitness.

Armin Praml

Dank Werner und seinem Sohn Werner jun. kam ich dann zu meinem ersten Rennrad und mein Ehrgeiz war nicht mehr zu bremsen. Ich fuhr fast jeden Tag und wurde auch von Mal zu Mal besser. Bei den Trainingsfahrten schloss ich mich dann mal der Renngruppe an. Die ersten Male wurde ich meist nach spätestens 25 km abgehängt, bzw. ich konnte einfach nicht mehr, was mir nur bestätigte, dass ich mehr trainieren musste. Das tat ich auch und so kam ich bereits im August schon die ganze Strecke also 100 km mit. War zwar ziemlich anstrengend immer im Windschatten zu fahren, aber anders hätte ich es nicht geschafft Lächelnd.

Meine nächsten Ziele waren Hobbyrennradrennen und so trainierte ich jeden Tag, wie verrückt. Irgendwann konnte ich dann auch mal bei der Renngruppe gut mithalten, ohne nach Luft schnappen zu müssen, auch längere Alleinfahrten von der Renngruppe weg unternahm ich mit unserem "Turbodiesel" August, was zwar relativ anstrengend war aber gut für meine Fitness.

Die danach folgenden Rennen könnt ihr alle in meinen Rennberichten lesen, ich war zumindest mit meiner Form zufrieden.

Meine Ziele fürs Jahr 2011 habe ich mir allerdings höher gesteckt. 24 Stunden als Alleinfahrer zu bestreiten, das eine oder andere Hobbyrennen zu gewinnen sind nur ein paar Ziele. Dafür hab ich den ganzen Winter durchtrainiert, und fuhr bis -12 Grad jeden Tag in die Arbeit. Da konnten mich auch kleine Kollisionen mit Autofahrerinnen nicht abbringen - die meinen, im Winter fährt niemand Fahrrad also kann man ohne schauen abbiegen, was für mich relativ schmerzvoll war.

Mittlerweile haben sich der Schweiß und die Schmerzen gelohnt, die Fitness und Kraft sind da und das überschüssige Gewicht ist so gut wie weg. Habe jetzt meine U 79 kg erreicht, wobei mein Ziel die 76 kg wären, damit ich auch am Bergkriterium 2011 in Dachau mit dem einen oder anderen mithalten bzw. vorbei fahren kann. Aber diese 3 kg schaffe ich auch noch!

Ich habe ja ein Ziel Zwinkernd



 

Armin Praml

Hier mal ein Vergleich, wie die Gewichtsabnahme mein Aussehen veränderte.

Im Fernsehen und in vielen Zeitungen wurde über mich berichtet.

 

Also, das sind jetzt vorher und nachher Fotos Lächelnd

 


 

Danksagung

Nach allem was ich jetzt über mich geschrieben habe, muss ich mich auch bei vielen Leuten bedanken, ohne die ich nicht so weit gekommen wäre. Erstmal mein Dank an Jan, der mich zum ersten Rennen mehr oder weniger genötigt oder überrumpelt hat, Michi der mir sein MTB gegeben hat, dann an Freddy, der mich gleich zur Soli gebracht und am Bergkriterium angemeldet hat, was mir aber einige schlaflose Nächte einbrachte. Dann auch einen großen Dank an Werner und Sohn, durch die ich so schnell an mein erstes Rennrad gekommen bin.

Den größten Dank bekommt meine Familie, die mich immer unterstützt hat! Und vor allem meine Freundin (mittlerweile meine Frau) Steffi, die die eigentliche Leidtragende war, als sie meine durch Heißhungerattacken ausgelöste schlechte Laune ertragen musste und immer heimlich, bzw. in der Arbeit essen musste, damit ich den Essengeruch nicht in die Nase bekam!

Danke dafür!!!!!!



Am 1. Oktober 2011 habe ich meine Steffi geheiratet!


Hochzeit von Armin und Steffi

 

 In den Dachauer Nachrichten wurde über unsere Hochzeit berichtet ...

 


 

 


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